Lehre

Im Rahmen meiner Forschung und Lehrtätigkeit setze ich mich bevorzugt mit bisher unerforschten Phänomenen auseinander und entwickele neue Forschungsrichtungen. Entgegen der fortschreitenden Digitalisierung halte ich die vertiefende Beobachtung und damit die visuelle Erfassung der Natur für ein immer wichtiger werdendes Gegengewicht sowohl in Forschung als auch in der Lehre.

Insbesondere die digitalen Medien und deren Fokussierung auf ausgewählte, vorgegebene Ausschnitte führen dazu, dass immer mehr Studierende die verschiedenen Naturphänomene und Landschaften nicht mehr in ihrer räumlichen und zeitlichen Gänze erfassen können und damit auch nicht mehr deren Entstehung und Dynamik ganzheitlich verstehen. Übertriebene Darstellungen im Internet, die sich insbesondere durch eine falsche Farbgebung oder unechte Größendarstellungen zeigen, führen zudem zu fehlerhaften Vorstellungen sowie falschen Erwartungen an die bzw. in der natürlichen Umwelt. Genau diesen Punkt versuche ich in der Lehre entgegenzuwirken.

Der stetige Wandel, die Dynamik von Prozessen, die Anpassungsfähigkeit der Natur durch Veränderung und Metamorphosen, der Perfektionismus des Unperfekten, die Erfassung des Raumes lassen sich nicht nur mit Lehrbüchern oder im Hörsaal vermitteln. Die Geographie bietet hier die unglaubliche Gelegenheit die Lehre auch nach außen zu verlagern.

Geographinnen und Geographen müssen die gelernte Theorie im Gelände erfahren, erforschen und erleben. Exkursionen und Projektstudien sowie Seminare mit Feldarbeiten bieten hierzu die Möglichkeit, ein Grund warum ich diese Form der Lehr bevorzuge. Hier bietet sich die Gelegenheit gelerntes zu erleben, anzuwenden, zu überprüfen oder gar zu widerlegen aber auch die Möglichkeit noch nicht gelerntes selber zu entdecken und zu erfahren.

Fehler sind erwünscht!

Niemand möchte Fehler machen und Fehler können verhängnisvoll sein und müssen oftmals unbedingt vermieden werden und doch sind es gerade Fehler die die Menschheit weitergebracht haben, sind es Fehler, die uns persönlich mehr gelehrt haben als so mancher Erfolg.

Aus Fehlern lernen wir und Studierende sollten auch Fehler machen dürfen um daraus zu lernen. Hierzu bieten Projektstudien breiten Raum. Sich auszuprobieren, neue Methoden anzuwenden, neue Wege zu beschreiten, kreatives Handeln sind absolut erwünscht.  Das heißt aber auch die Angst vor dem eigenen Scheitern zu überwinden, sich zu trauen Fehler zu machen und daraus zu lernen. Selten im Leben bekommt man dazu die Gelegenheit. Wenn nicht im Studium, wo sonst?