Im Rahmen meiner Forschung und Lehrtätigkeit setze ich mich bevorzugt mit bisher unerforschten Phänomenen und Prozessen auseinander und entwickele daraus neue Forschungsrichtungen. So entstand aus ersten Messungen der Lufttemperatur und der Strömungsgeschwindigkeit 1997 in der New Yorker Subway die  U-Bahnklimatologie und nach der ersten Expedition  in die Gletscherhöhlen des Mt. Hood im Juni 2015 die Klimatologie von Gletscherhöhlen.

Extremstandorte wie sich abkühlende Lavahöhlen, Eis- und Gletscherhöhlen, Berggipfel sowie U-Bahntunnel, Minen oder andere unterirdische Bauwerke gehören zu den bevorzugten Forschungsorten. Die Klimatologie solcher Orte ist weitestgehend unbekannt und bildet sozusagen die „weißen Flecken“ auf der Landkarte der Klimatologie. Die Gewinnung und Analyse von Messdaten an solchen Standorte gehört zu unserer Berufung.

Daraus leitet sich auch der neue Name der Arbeitsgruppe „Klimatologie extremer Standorte“ ab. Da die Ausprägung der Klimaelemente zwar extrem sein kann aber nicht unbedingt extrem sein muss, handelt es sich nicht um „Extremklimatologie“.

Extrem sind hingegen die Standorte, entweder unwegsam und unwirtlich, schwer zu erreichen, anstrengend zu bearbeiten und nicht immer ungefährlich aber auf jeden Fall unerforscht, spannend und eine Herausforderung für alle Mitglieder meiner Arbeitsgruppe sowie für die Studierenden die in die Forschung einbezogen werden. Meteorologisch oder klimatologisch gesehen, zeichnen sich die Standorte entweder durch sehr gleichmäßige Bedingungen oder eine große Variationsbreite bis hin zu extremen ausgeprägten Klimaelementen aus.

Messdaten vs. Modellsimulationen

Beide gehört zu einer modernen Wissenschaft und sollten sich gegenseitig ergänzen. Trotz der immer größeren Dominanz der Nutzung von Modellsimulationen ist und bleibt die Erfassung hochauflösende und exakte Messdaten extrem wichtig. Dieses gilt insbesondere für Standorte für die bisher keine oder nur unzureichende Messdaten vorliegen. Eine gute Datengrundlage  wird sowohl als Eingangsparameter für Modellsimulationen benötigt aber auch für die Evaluierung deren Ergebnisse. Nur durch die Nutzung exakter räumlich und zeitlich hochauflösender Messdaten als Basis für die Randbedingungen einer Simulation können aussagekräftige und nutzbare Modellsimulationen erstellt werden. Hierzu setzen wir auf modernste Messmethoden bzw. entwickeln diese im Rahmen unserer Forschungsprojekte mit verschiedenen Partnern aus Forschung und Industrie auch gerne weiter.