Fotografie

 

Zur Entstehung meiner Fotografien

Im Rahmen meiner Forschung und Lehrtätigkeit setze ich mich bevorzugt mit bisher unerforschten Phänomenen auseinander und entwickle neue Forschungsrichtungen, wie z.B. die U-Bahnklimatologie. Darüber hinaus halte ich die vertiefende Beobachtung und damit die visuelle Erfassung der Natur für einen immer wichtiger werdenden Gegenstand für die Forschung und die Lehre. Insbesondere die digitalen Medien und deren Fokussierung auf ausgewählte Ausschnitte führen dazu, dass immer mehr Menschen verschiedene Naturphänomene und Landschaften nicht mehr in ihrer räumlichen und zeitlichen Gänze visuell erfassen und begreifen können. Genau diesen Punkt greife ich auf meinen Reisen auf, was sich dann auch in meinen Fotos niederschlägt.

Meine ersten Fotografien habe ich für die Dokumentation meiner Forschung bzw. der Verwendung in der Lehre gemacht, mittlerweile sind diese aber von eher untergeordneter Bedeutung, da der Blick durch den Sucher das Sehen und Wahrnehmen stark verändert.

Meine Fotos entstehen meistens im „Vorübergehen“, ich habe keine Zeit für lange vorbereitete Einstellungen, die den optimalen Moment abwarten, sondern nehmen den Augenblick des Seins auf, so wie sich eine Kulisse den meisten Menschen darstellt und nicht nur dem Stunden- oder tagelang verharrendem Fotografen. Der Betrachter der Bilder sieht das, was zu erwarten ist und nicht wie es optimal sein könnte.

Der stetige Wandel, die Dynamik von Prozessen, die Anpassungsfähigkeit der Natur durch Veränderung und Metamorphosen, finden in sehr unterschiedlichen Zeiträumen statt und jeder Moment zeigt eine eigene Schönheit. Während eine Felsstruktur über hunderte von Jahren scheinbar unverändert zu verharren scheint, durchläuft ein fallender Wassertropfen in Sekundenbruchteilen verschiedene Stadien. Trotzdem unterliegen beide den gleichen Gesetzen des Entstehens und Vergehens. Dieses mache ich durch meine Fotos sichtbar. Den scheinbaren Widerspruch durch Fotos den Wandel bzw. Prozesse darstellen zu wollen, wo diese durch Filme viel besser zu leisten wäre, löse ich auf. Durch die Verwendung kurzer Belichtungszeiten, das Nutzen von raschen Bildfolgen bzw. der Auswahl von bestimmten Motiven, werden mit den Augen in der Natur, wie bei normalen Filmgeschwindigkeiten nicht wahrnehmbare Gegebenheiten visualisiert. Die Schönheit des Momentes bildet die Faszination und öffnet den Blick für das Entstehen und Vergehen als das Wesen des Wandels in der Natur. Hierbei kann der Wandel sowohl in einem sich scheinbar nicht veränderndem Stein liegen indem in der Fotographie die über lange Zeiträume entstandenen Verwitterungsspuren ins Bild gesetzt und hervorgehoben werden, wie auch in einer Welle, die sich am Strand in wenigen Sekunden aufbaut, sich überschlägt und ausläuft. Prozesse die alltäglich erscheinen, an denen wir achtlos vorübergehen werden natürlich ins Bild gesetzt ohne sie mit neuen Techniken übertrieben darzustellen.

Die Natur als natürlich anzusehen und darin die tiefe Schönheit zu entdecken ohne sie zusätzlich durch übertriebene Farben zu verfälschen ist mein Anliegen. Das Hervorheben von Kontrasten ist die einzige technische Veränderung die in Maßen angewendet wird, Natur soll natürlich bleiben und nicht zum Werbeplakat verkommen. Somit lege ich nicht immer Wert auf einen tiefblauen Himmel, sondern auch ein grauer Wolkenhimmel, Regen oder Nebel sind manchmal ruhige, manchmal dramatische Stilmittel.